Keine Angst vor Digitalisierung und Industrie 4.0

Der digitale Wandel in Unternehmen nimmt Fahrt auf, und das viel weniger aufgeregt, als es zunächst den Anschein hatte. Denn die Digitalisierung ist nichts anderes, als eine konsequente Weiterentwicklung hin zu einem optimalen Miteinander von Menschen in Unternehmen. Das Wort Digitalisierung klingt, als ginge es nur um Technik, aber tatsächlich geht es vor allem um Kooperation und das optimale Zusammenspiel von Abteilungen und Informationen. Um gemeinsame Ziele, Anforderungen und Prioritäten zu definieren, müssen verschiedene Fachbereiche an einem Strang ziehen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

 

Hierbei hilft Informationstechnologie. Sie ist das Werkzeug, um eine optimale Wissensverteilung zu ermöglichen: wichtige Kennzahlen, glatte Prozesse, Zugriff auf relevante Daten und Informationen.

Es ist wie mit allen Veränderungen: sie verlieren ihren Schrecken sobald man angefangen hat mit ihnen zu leben und zu arbeiten. "Als Change Managerin, kann ich aus diversen Projekten bestätigen, dass der Wandel schnell als Chance verstanden wird, wenn man das Geplante vernünftig kommuniziert", erläutert Melanie Heßler, Digitalisierungsexpertin und Change-Managerin. Die eigentliche Aufgabe von Change Managern liegt darin, Reibungsverluste bei der Einführung und dem Betrieb von Informationstechnologien so gering wie möglich zu halten. Eine planvolle Change-Kommunikation erklärt und begleitet den Veränderungsprozess, verbessert nachhaltig die Akzeptanz von neuen Systemen und trägt so maßgeblich zum Erfolg bei. Projekte laufen glatter und dies wirkt sich auf wichtige Faktoren aus: Zeit, Kosten und die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

 

Ganz gleich wie heftig die Diskussionen im Vorfeld waren und wie gut oder schlecht die Kommunikation war, wenn am Stichtag das alte System abgeschaltet wird, bleibt Mitarbeitern, die Daten abrufen oder eingeben wollen, nichts anderes übrig, als das neue zu benutzen – oder dies zumindest zu versuchen.

 

"Meine Erfahrung mit dem Thema Change-Kommunikation bei Digitalisierungsprojekten hat gezeigt, dass die meisten Mitarbeiter und Führungskräfte zu Beginn lediglich grob über Planung und Ablauf informiert sein wollen. Vor dem Roll-out empfehle ich daher in kurzen und sachlichen Informationsintervallen, auf den "Go-Live" hinzuarbeiten. Kurz vor der Implementierung steigt jedoch das Informationsbedürfnis. Jetzt greift Change-Kommunikation: Es stehen Neuerungen ins Haus, doch nichts ist ungewiss oder fremd. Eine gute Kommunikation bereitet optimal vor und gibt Sicherheit".

 

Wer Digitalisierungsprojekte plant oder in Angriff nehmen möchte, sollte sich an Technologieanbieter wenden, die neben der Implementierung auch einen großen Wert auf die Veränderungskommunikation legen. Hierbei arbeiten Kommunikationsspezialisten mit technischem Verständnis eng mit der Kommunikations- oder HR-Abteilung im Unternehmen zusammen. So gelingt Veränderung. Haben Sie Fragen zu diesem Thema, wenden sie sich gerne an Melanie Heßler, Management Leaks, www.managementleaks.com

 

Historie der industriellen Revolutionen

 

Industrie 1.0 – Erste Schritte durch Wasser- und Dampfkraft

 

Wer hat nicht von ihr gehört oder gelesen, dem Meilenstein der Industriealisierung: die "Spinning Jenny".  Sie steht Anfang des 18. Jahrhunderts für den Beginn der Massenproduktion mithilfe von Maschinen. Viele Webstühle wurden mit menschlicher Kraft betrieben, bis Maschinen durch Wasser- und Dampfkraft angetrieben, die erste industrielle Revolution einleiteten. Die Wasserkraft war die erste Primärenergie. Erst später kamen dann Dampfmaschinen zum Einsatz. Zur frühen Industrie zählen Eisenbahnen, der Kohleabbau, die Schwerindustrie, die Dampfschifffahrt, sowie die Tuchherstellung. All dies schaffte neue Arbeitsplätze in den Fabriken in Europa und Nordamerika und zog viele Arbeiter aus den ländlichen Regionen in die Städte, wo sie sich ein besseres Leben versprachen.

 

Industrie 2.0 – Elektrizität und Mobilität

 

Ende des 19. Jahrhunderts setzte mit der Elektrizität als Antriebskraft die zweite industrielle Revolution ein. Die Fabriken produzierten an Fließbändern in Rekordzeit, Motoren nahmen schwere körperliche Arbeiten ab, und mit der modernen Telekommunikation wurden Arbeitsprozesse beschleunigt. Dazu kamen ersten Schritte hin zur Globalisierung: Automobile, Kleidung, Rohstoffe und Lebensmittel wurden automatisiert verarbeitet und erstmals über Kontinente transportiert. Die Luftfahrt nahm ihren Betrieb auf, und per Schiff wurden die Weltmeere überquert.

 

Industrie 3.0 – Computer arbeiten

 

In den 1970er Jahren läuten die schnelle Weiterentwicklung von Elektronik und Informationstechnologien die dritte industrielle Revolution ein. Der Personal-Computer (PC) für Büro und Haushalt begründen einen neuen Industriezweig. Bereits 1941 baute der deutsche Erfinder und Unternehmer Konrad Zuse den ersten funktionstüchtigen, vollautomatischen, programmierbaren Rechner. Ab Mitte der 60er Jahre verbreiteten sich anstelle der bis dahin verwendeten Lochkarten Magnetbänder als Medium der Datenspeicherung. Seitdem wächst das speicherpotential exponentiell.

 

Industrie 4.0 – Fabriken im Wandel

 

 

Ende des 20. Jahrhunderts nimmt die 4. industrielle Revolution Fahrt auf. Die zunehmende Digitalisierung ersetzt frühere analoge Techniken und integriert cyber-physische Systeme. Viele Produkte werden nun auf Nachfrage bedarfsgerecht produziert. Das spart Ressourcen und weniger Abfälle fallen an. Fast alle Gebrauchsgegenstände und Verpackungen sind mit Strichcodes versehen, sie sind so (ein-) lesbar und ans Internet angeschlossen. Sogar auf Trends, Geschmäcker und die Bedürfnisse des Absatzmarktes kann die Industrie 4.0 exakt reagieren. Die Individualisierbarkeit von Produkten wird möglich und es entsteht eine größere Bandbreite an Modellen und Produktausführungen. Nie zuvor war es möglich die Fertigung so genau auf den Konsumenten oder Käufer auszurichten, seine Wünsche und Meinung zu befriedigen. 

interview: Digitale Transformation (netzwirtschaft)

  1. Wer ist Melanie Heßler? Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

 

Ich bin Transformator, ich helfe Unternehmen dabei ihre Kommunikation und den Dialog  zu modernisieren und zukunftsfähig zu gestalten. Als Politologin war ich zunächst als Lobbyistin und später als PR-Strategin tätig. Seit kurzem begleite ich Unternehmen - vor Ort, also im Unternehmen - beim Wandel zum Content Owner und Multichannel Dialogexperten.

 

  1. Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

 

            Jeder hat einen Spleen. Ich bringe von meinen Spaziergängen mit meinem Hund eigentlich immer etwas mit nach Hause. Derzeit Walnüsse und Esskastanien oder einen schönen Herbststrauss aus Beeren. Das zeige ich auch gerne auf Instagram oder der Facebookseite von meinem Hund Marlene. Ich will meine Freunde nicht unnötig mit Hunde-Content maltretieren, daher hat mein Hund eine eigene Seite.

           

  1. Elevator Pitch! Was macht Eure Firma? Und vor allem: was macht ihr am besten, wo liegt Eure Superpower?

 

            Management Leaks offeriert Führung auf Zeit. Wir helfen, Strukturen aufzubauen und Strategien zu entwickeln, die eine authentische, schnelle und offene Kommunikation im Dialog über viele, vor allem neue und digitale Kanäle ermöglicht.

 

 

  1. Apropos Superpower: Verrätst Du uns ein „Best Practice“ Beispiel Deiner Firma, wo ihr besonders erfolgreich wart? Was waren Deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren? (Bitte etwas in die Tiefe gehen, sodass Leser auch davon lernen können -> z.B. konkrete Zahlen.)

 

Für ein Luxus Ressort haben wir eine völlig neue Sprachwelt entwickelt,  die sehr emotional ausgerichtet ist. Wenn man die Prospekte von Hotelarrangements nebeneinander legt, lesen sich alle gleich. Alle haben tolle Zimmer, gutes Essen und natürlich ein SPA. Sie waren also total austauschbar, ohne eine eigene Identität. Dadurch das wir in eine hochemotionale Bildersprache - also in Worten - gegangen sind, war das SEO schwierig, doch das lies sich meistern. Nichtdestotrotz war diese Neupositionierung durch ein eigenes Sprachkonzept eine wahnsinnig schöne und originäre Kommunikationserfahrung. Es ging eindeutig um Marketing durch Sprache, die über alle Kanäle gespielt werden kann und unverkennbar eine ganz individuelle Signatur sein wird.

 

 

  1. Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, Euren Markt, Eure Firma, Deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein? (Welche Entwicklungen siehst Du kritisch, welche als positive Chance?)

 

     Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:

 

                        Eine Flut von Daten und Informationen ist nicht immer leicht zu managen. Die                            Geschwindigkeit der Medien und auch der neuen Kanäle mit vielen "Sendern", die auch Individuen sein können, machen einen kritischen Umgang mit Medien wichtig. Die Medienerziehung und auch eine gute Kultur beim Kommunizieren fehlen mir immer mehr. Natürlich entwickeln auch wir Strategien für den Umgang mit Trollen, aber was man sich teilweise da anhören muss, sprengt manchmal das dickste Fell.

 

 

     Herausforderung für die Netzwirtschaft in Deutschland / Europa: (Investitionsstau? Zu viel Abhängigkeit von großen digitalen “Monopolisten”?  Zu viel Bürokratie? Bessere Ausbildung von Fachkräften? Zu wenig Übersicht )

 

Netzneutralität wird, wie es aktuell aussieht, ein wichtiges Thema werden. Aber nicht nur der Zugang zu Netzen und Geschwindigkeit ist ein heikles Thema, sondern auch rechtliche Fragen wie zum Beispiel Urheberrechte. Ausserdem müssen wir uns der Macht der Daten bewusster werden. Sicherheit wird ein bedeutendes Thema werden, Big Data, Internet of Things, Wearabels. Alles bietet enorme Chancen, aber eben auch Risiken.

 

     Herausforderung für unseren Markt:

Schritt halten mit der sich überschlagenden Entwicklung von Technologie, neuen Apps, neuen Netzwerken und Formen der Kommunikation.

 

     Herausforderung für unsere Firma:

Die grösste Hürde besteht nach wir vor darin, den Unternehmen aufzuzeigen, dass die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken birgt, wenn man sich der Aufgabe als Kontinuierliche Entwicklung stellt. Man muss nicht von einen Tag auf den anderen "digital" werden. Das geht auch Schritt für Schritt, so wie man laufen lernt. Und auf diese Reise sollten man Kunden, Geschäftspartner und auch alle anderen mitnehmen, die etwas wertvolles beitragen können.

 

  1. Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

 

Wenn ich unterwegs bin, ärgert es mich manchmal, das ich immer noch nicht alle Barrieren beseitigt habe, um auf alles was ich brauche Zugriff zu haben, um noch effizienter zu sein, aber daran arbeite ich fieberhaft... Ich liebe den schnellen und unkomplizierten Austausch und die Hilfsbereitschaft der Netzgemeinde. Das ist einfach immer wieder eine tolle Erfahrung!

 

  1. Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… (inklusive kurze Begründung, warum Du es empfiehlst)

 

a.    einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst

 

     Ich mag zum Kopf frei pusten VICE, ich schätzeSAALZWEI und  EditionF, im PR-Blogger lese ich viele gute und neue Impulse von Kollegen rund um das Thema Content Marketing und Kommunikation. Turi2 ist meine Bildzeitung, da bekomme ich schnell alles kurz und knackig aus der Medienbranche, ebenso bei kress - und Netzwirtschaft, klar, ohne schleimen zu wollen.

 

b.    einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat (wenn Web, bitte mit URL)

 

     Ich liebe in der Tat in "letzter Zeit", sehr die Torten der Wahrheit von @katjaberlin, und die Fragen an Herrn Janosch aus "Die Zeit". Beide erleichtern mir die Sicht auf die Welt und zaubern ein Lächeln.

 

c.    ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat

 

     Das letzte Buch das ich richtig toll fand war "Start with Why" von Simon Sinek, es war wirklich inspirierend. Es hat mir auch für den Weg zum Interim Management und dem Thema Leadership wertvolle Impulse gegeben.

 

d.    eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast (und was, bzw. von wem)

 

     Mir gefällt die DEMEXCO in Köln wahnsinnig gut. Dort fahre ich jedes Jahr lieber hin. Man trifft dort "Gott und die Welt", plauscht und ich habe immer etwas Neues dazu gelernt.

 

e.    das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit (außer dem Kopf ;)

     Die Notizfunktion meines Mobiltelefons, auf der ich jetzt auch Artikel speichern kann, die ich noch lesen mag. Ich LIEBE Spracherkennung, das ist einfach der Kracher. Und ohne Trello kann ich nicht mehr leben... oder so ähnlich.

 

  1. Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum? (Oder von welchem Experten aus Deinem Fachgebiet hast Du bisher am meisten gelernt? Und was war das?)

           

Ich mag die leider seltenen und zuweilen langen Gespräche mit meinem Kollegen Klaus Eck, bei einem Glas Rotwein. Wir tauschen uns fachlich aus, er hat die besten Buch- und Serien-Tipps für meine Freizeit und ist mir immer eine Handbreit voraus, wenn es um neue Tools und Apps geht. Herrlich! Immer eine Bereicherung.

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Content-Champions

Die digitale Revolution wird oft in einem Atemzug mit der industriellen Revolution genannt. Sie soll ähnlich umfassende Veränderungen mit sich bringen, wie damals die Erfindung der Dampfmaschine. Die Digitalisierung macht alles schneller, effektiver und messbarer. Die Interaktionen zwischen Unternehmen, seinen Kunden, den Konsumenten, aber auch den eigenen Mitarbeitern, liefern jede Menge an Daten. Neben den Kennzahlen aus der Business Intelligence und Big Data haben drei weitere Unternehmensbereiche eine besonders große Bedeutung bei der Digitalisierung: Marketing/PR, Human Resources und Sales.

Laut einer Umfrage von Capgemini nutzt jedes zweite Unternehmen bereits digitale Plattformen für Onlinebefragungen, Webkonferenzen und Onlinemeetings. Doch nur 2 von 10 Unternehmen nutzen soziale Netzwerke, mobile business Lösungen oder interagieren in Echtzeit.

"Das eigene Zuhause ist oft digitaler, als der Arbeitsplatz. Aber nicht jedes Unternehmen braucht eine Präsenz auf allen Kanälen von Facebook bis hin zu Twitter", erläutert die Digital Change Expertin Melanie Heßler. "Doch jedes Unternehmen sollte sich optimal darstellen, für seine Zielgruppe sichtbar und erreichbar sein sowie die besten Mitarbeiter für sich gewinnen. Hier bietet die Digitalisierung große Chancen im Wettbewerb."

Dazu gehört ein Internetauftritt mit klaren Botschaften für Kunden und Talente. Ein leichter und barrierefreier Zugang für alle webfähigen Geräte. Webseiten sollten über ein responsive Design verfügen. Eine intelligente Programmierung, die eine gute Lesefähigkeit bietet und von jedem Endgerät - sei es ein PC, ein Tablet oder ein Smart Phone - gleich gut bedient werden kann. Die Inhalte sollten informativ, authentisch und spannend sein sowie einen Dialog ermöglichen. "Guter Content ist der Liebling einer jeden Suchmaschine und entscheidet über die Auffindbarkeit", so die Expertin. "Ein Content-Champion muss sich nicht um sein Google-Ranking sorgen."

Im Wettstreit um Talente und Arbeitskräfte ist die Präsenz auf Plattformen wichtig, die Auszubildende und Bewerber nutzen, um sich über Arbeitgeber zu informieren. Hierzu zählt ein Unternehmensprofil und dessen Pflege auf Kununu/XING oder LinkedIn. Für Industrieunternehmen sind Branchenplattformen wichtige Multiplikatoren und Sparringspartner bei der Fach- und Mitarbeiterkommunikation. "Unter dem Strich, ist es wichtig, nicht zu stagnieren, sich kontinuierlich weiter zu entwickeln und an der Qualität der Inhalte zu arbeiten. Denn wer heute digitaler wird, erarbeitet sich für morgen einen Vorsprung, in jeder Branche".

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Mit ist "Shit"

Warum Unternehmen sich nicht an eigene Inhalte (#Content) wagen, hat vielfältige Gründe. Gerade in der letzten Zeit bemerke ich bei Unternehmen Tendenzen sich nicht festlegen zu wollen - auf einen eigenen Weg, einen Standpunkt und eine Position, und das im eigenen Marktsegment. Viel lieber werden irgendwelche Gutachter, Berater und Experten damit beauftragt Analysen zu erstellen, die dem Unternehmen dabei helfen sollen, die richtigen Wege einzuschlagen, um auf der "sicheren Seite" zu sein und damit Marktanteile zu halten, um auch in Zukunft bestehen zu können. Man will sich lieber der Windrichtung beugen, um nicht Gefahr zu laufen angreifbar zu sein.

Dieses im Strom schwimmen ist bequem (#Mainstream), hilft aber nicht dabei, eine eigene Identität aufzubauen, eine Marke zu werden. Man ist zwar "artig = brav", aber eben nicht mutig genug, sich auf ein - hoffentlich bestehendes - Alleinstellungsmerkmal auszurichten und damit vom Mitbewerb abzuheben.

Darin sehe ich ein großes Problem. So überlebt man vielleicht, schafft aber weder Ansehen (#Reputation) noch Vertrauen bei seinen Kunden. Eine Marktführerschaft wird man so jedenfalls kaum erreichen, sondern - wenn man Glück hat - maximal im Mittelfeld überdauern und das scheint vielen auszureichen. Leider.

Wer aber im Markt eine Rolle spielen möchte, braucht eine klare Position(-ierung), eine Meinung zu Marktentwicklungen, ein Mitgestalten von Veränderung (#Change) und der Zukunft. Der Kunde vertraut dem Unternehmen, von dem er den Eindruck hat: die kennen ihren Markt und werden auch zukünftig ein zuverlässiger Partner sein.

Als Kind habe ich mal gehört: "mit ist Shit". Irgendwie muss ich daran denken, wenn ich das ganze Zaudern und Zögern beobachte. Es fehlt schlicht die Traute sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Manchmal zweifle ich sogar daran, dass diese Bedenkenträger überhaupt die Stärken ihres eigenen Unternehmens kennen. Schade eigentlich, denn auch die Mitarbeiter merken, das man zwar mitspielt, aber eben keine bedeutende Rolle einnimmt. Die Identität und die Position eines Unternehmens im Markt spielt aber eine wichtige Rolle in Bezug auf die Leistungsmotivation der Mitarbeiter. "Ich bin da bei so einem Hersteller von... beschäftigt" tönt irgendwie schon ein wenig nach Depression.

Dieser Mut sich zu positionieren und eine Meinung zu haben, bringt natürlich mit sich, in den Dialog zu treten, mit Kunden, Marktbegleitern, dem Umfeld. Ich bin überzeugt, dass genau dies die Führungsaufgabe schlechthin ist: Die Frage nach dem WARUM. Warum tun wir dies? Und warum tuen wir es genau so und nicht anders?  Wem die Beantwortung von solch simplen, aber existenziellen Fragen schon zuviel Aufwand ist, ist für einen PR MarCom-Berater ein Horror. Hier macht es keinen Sinn, sich tiefer über Kommunikation, Inhalte oder Zielgruppen zu unterhalten, es sei denn man übernimmt den Laden.

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